Initiative Reifenqualität: Aktion für mehr Verkehrssicherheit

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Im Vorjahr wiesen bei ‚Wash & Check‘ 36 Prozent der getesteten Reifen einen fehlerhaften Luftdruck auf. Foto: ACV/dpp

Der Kölner ACV (Automobil-Club Verkehr) unterstützt die 13. DVR-Verkehrssicherheitsaktion Wash & Check 2017 der Initiative Reifenqualität. An über 300 Standorten in Deutschland informiert die Kampagne bis zum 7. Oktober 2017 darüber, wie wichtig die regelmäßige Reifenkontrolle ist und macht auf den bevorstehenden Wechsel auf Winterreifen aufmerksam. Zudem führen Expertenteams an ausgewählten Standorten kostenlose Reifenchecks durch.

 

Gute Reifen zeichnen sich vorrangig durch einen kurzen Bremsweg in jeder Witterungslage und eine gute Straßenhaftung in Kurven und bei Nässe aus. Obwohl Reifen die einzige Verbindung zur Straße herstellen, hat der ACV-Praxistest gezeigt: Viele Autofahrer nehmen es nicht so genau damit und bringen so sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Knapp zwei Drittel der überprüften Fahrzeuge wiesen bei der Wash & Check-Aktion 2016 Jahr mindestens einen mangelhaften Reifen auf. 36 Prozent fielen insbesondere durch einen fehlerhaften Luftdruck auf, neun Prozent bewegten sich nahe der Verschleißgrenze und vier Prozent zeigten gar sichtbare Mängel.

 

Mindestens einmal im Monat empfiehlt es sich, die Reifen bei einem Tankstopp sorgfältig zu überprüfen. Normalerweise finden Autofahrende die Herstellerangaben im Türholm ihres Wagens oder auf der Innenseite des Tankdeckels. Die Betriebsanleitung gibt ebenfalls Auskunft. Dabei sollten Autofahrer den optimalen und vom Hersteller angegebenen Reifendruck kontrollieren und den Pneu auf sichtbare Mängel wie Risse, Dellen oder eingefahrene Gegenstände absuchen. Die Profiltiefe lässt sich einfach mit einer Euromünze ermitteln. Dafür wird das Geldstück in das Profil an der abgefahrensten Stelle gesteckt. Wenn der Goldrand vom Profil verdeckt wird, ist noch genügend Profil vorhanden: der goldene Außenring der 1-Euro-Münze beträgt drei Millimeter.

 

Der optimale Reifenfülldruck führt zu einem sicheren Bremsweg, besserer Kurvenstabilität und einer gleichmäßigen Profilabnutzung. Es ist ein Mythos, dass ein höherer Reifendruck Sprit sparen könne. Höherer Druck bedeutet weniger Haftung auf der Straße und mehr Verschleiß an der Mittelbahn. Noch gefährlicher ist ein zu geringer Druck, denn daraus resultieren nicht nur ein höherer Kraftstoffverbrauch und ein schneller Verschleiß an den Kanten, auch der Bremsweg verlängert sich und das Fahrverhalten wird instabiler.

 

Die Lebensdauer eines Reifens hängt unter anderem von den Faktoren Hitze, Kälte, Kilometer-Laufleistung, Lagerung und Fahrstil ab. Mit der Zeit härtet das Material aus und wird brüchig. Soweit sollten es selbst geizige Autofahrer nicht kommen lassen: die DOT-Kennzeichnung auf der Seitenwand des Reifens gibt Auskunft über sein Alter. Die Abkürzung steht für ‚Department of Transportation‘ und gibt das Herstellungsdatum an. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden Ziffern beschreiben das Produktionsjahr. Grundsätzlich rät der ACV dazu, seine Reifen nach spätestens acht Jahren zu wechseln.

 

Der ACV empfiehlt, Profiltiefen von drei Millimetern bei Sommerreifen und 4 mm bei Winter- und Ganzjahresreifen an der ‚dünnsten‘ Stelle nicht zu unterschreiten. Abgefahrene Reifen beeinträchtigen die Fahrstabilität maßgeblich und sind insbesondere bei Regen anfällig für Aquaplaning, da weniger Wasser abgeleitet werden kann. Wer mit abgefahrenen Reifen unter dem gesetzlichen Wert von 1,6 mm unterwegs ist und von der Polizei kontrolliert wird, dem droht ein Bußgeld ab 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. (dpp-AutoReporter/wpr)