Gelegenheit macht Diebe - Jeder Diebstahlschutz macht Sinn

Picture

Gelegenheit macht Diebe - Jeder Diebstahlschutz macht Sinn. Foto: dpp-AutoReporter

Die Statistik lässt aufatmen: Seit 2002 hat sich die Zahl der Fahrzeugdiebstähle fast halbiert. Eine Beruhigungspille ist das für die Betroffenen aber noch lange nicht. Sie verlieren den fahrbaren Untersatz und lassen Nerven bei der Schadenregulierung.

Das Problem für Autohersteller, -besitzer und Versicherer: „Einen hundertprozentigen Diebstahlschutz gibt es nicht", weiß Helmut Schmaler von ADAC Technik Zentrum, „ wohl aber Möglichkeiten, den Dieben das Handwerk schwer zu machen". Tipps für den Alltag und die Fahrt in den Winterurlaub.

Früher oder später überwinden die Langfinger jedes noch so raffinierte System. Dennoch sind alle Diebstahlsicherungen nützlich - ob mechanisch oder elektronisch. Schmaler rät: „Besser eine Lenkradkralle als gar keinen Schutz." Selbst für das Knacken dieser einfachen Sperre vergeht wertvolle Zeit.

Hochpreisige Fahrzeuge wie Oberklasselimousinen oder Gelände- und Sportwagen sind von Hause aus bereits mit den neuesten elektronischen Alarmanlagen und Wegfahrsperren ausgestattet. Empfehlenswert sind Satellitenortungsgeräte, um dem Auto im Ernstfall schnell auf die Spur zu kommen. Die Systeme sind nachrüstbar und sollten unbedingt verdeckt eingebaut werden.

Parkplatz bewusst wählen
Während der Reise gilt: Gut beleuchtete Parkplätze ansteuern und das Auto möglichst in Sichtweite und geschlossen, einschließlich von Fenstern und Dach, abstellen. Vor der Tour ist zu klären, ob das Hotel einen bewachten Parkplatz oder eine abgeschlossene Garage bietet und Innenstadtparkplätze sicher sind. Das erspart im Schadenfall Ärger mit der Versicherung.

Auf den Schlüssel achten
Die Schlüsselfrage ist im Wortsinn eine. Wer den Türöffner selbst für den kurzen Weg zur Tankstellenkasse stecken lässt, handelt für die Versicherung grob fahrlässig. Selbst in der Manteltasche im Restaurant können Diebe schnell eine Kopie ziehen. Und ganz klar: Ersatzschlüssel haben im Fahrzeug nichts verloren.

Wertgegenstände nie im Auto lassen
Egal, ob Papiere, Handy, Laptop oder Portemonnaie - Wertgegenstände weder offen noch im Handschuhfach oder Kofferraum deponieren.
Zeigen, dass nichts zu holen ist

Wo augenscheinlich nichts ist, lohnt auch kein Einbruch. Warum also nicht freie Sicht ins leere Handschuhfach und bei Kombis den leeren Kofferraum gewähren? Das gilt ebenso für Dachboxen ohne Inhalt. Diese lassen sich oft schon mit Büroklammern öffnen. Ebenso wichtig: den Saugnapf des Navis sowie dessen Abdruck auf der Frontscheibe entfernen.
Diebstahl melden und regulieren lassen

Schnell handeln tut Not. Um den Schaden von der Kaskoversicherung - denn die zahlt für den Verlust - ersetzt zu bekommen, wird das Diebstahlprotokoll der Polizei benötigt. Der Diebstahl ist innerhalb einer Woche der Versicherung zu melden.

Dazu werden das Polizeiprotokoll, die schriftliche Schadenanzeige, die Fahrzeugpapiere und -schlüssel, die Abmeldebescheinigung sowie die Angaben zum Auto benötigt. Was genau die Assekuranz zahlt, steht im Kleingedruckten. Sind Versicherungs-, Bank- oder Kreditkarte verschwunden, muss auch der Verlust angezeigt beziehungsweise die Karte gesperrt werden. (dpp-AutoReporter)